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Kaschubische
Oden 1 Schnee
fiebert über
die dunklen Sommerwege springen
Winterträume aufgeschreckt
von einer Motorsäge die
Fischaugen des Himmels glotzen
auf mein Haus sooft
sie die Zukunft säen fällt
immer wieder Schnee
in die Blüten 2 Die
Zeit meint es nicht gut mit
uns spielt
die Zeit kennt
keine Gnade nur
Steine liegen im
Feld wachsen
Raden und Winden Steine
ernten 3 Hier
gibt es noch unbeschriebene Wege und
jeden Morgen ungesehenen Tau Jedes
Wegkreuz spielt mit der Versuchung in
eine süße Irre zu gehen Die
Ziele sind nicht spektakulär vielleicht
nur noch
ein Blick auf
noch einen See Dann
wieder Aufbruch winkeltreu
durch den Wald um
dahin zurückzukehren wo
alles schon einmal war
4 Der
erste Frost hat
ein Feuer entfacht im
See spiegelt
sich nur der
Ahorn in
seinen Zweigen näselt
ein Häher Goldlinden
malen Goldwinde auf
blassem Blau und altem Grün abseits
des Weges die
bekannte archaische Kuh blickt
tief in die Zeit 5 Nicht
jeder taugt zum Mahl und
viele haben den Tag überlebt von
Würmern durchfressen im
Schleim der Schnecke verwoben besonders die
im Kreise stehen verursachen
Übelkeit und Krämpfe und
ein roter Hut warnt
zu recht sich
mit ihnen anzufreunden süßes
kaltes Blut vergießen
ein paar Heidelbeeren die
der Sommer vergessen hat 6 Den
Weg verlassen und
immer weiter zwischen
die ragenden Stämme durch
junges Holz auf
nassem Gras ausgeglitten den
Kopf an einem Ast geschlagen Pilze
geschnitten rückwärts
kein Weg mehr vorwärts
so viele Pfade auf
denen vielleicht in
der Nacht ein Reh zog und
weiter zurück
auf die Straße
7 Gibt
es wirklich keine Riesen mehr oder
schlafen sie hinter den Wäldern? Vielleicht
haben sie sich gegenseitig erschlagen mit
den Steinen die
auf unseren Feldern liegen Vielleicht
haben sie sich gegenseitig vergiftet mit
dem Bier das
sie aus unserem Brot brauten Vielleicht
haben sie sich gegenseitig erwürgt mit
den Händen die
unser Fleisch raubten Gibt
es wirklich keine Riesen mehr oder
streifen sie nur in anderen Ländern? Vielleicht
haben sie uns verlassen aus
Langeweile die
unsere kleine Welt auslöste Vielleicht
haben sie sich abgewandt aus
Einfallslosigkeit die
unser stetiges Klagen hervorrief Vielleicht
sind sie weitergezogen aus
Überdruss den
unsere stets gleichen Leiden bereiten Zuweilen dröhnen
die schweren Schritte hallen
die unverständlichen Worte bedecken
graubraune Schatten den Himmel von
allen Seiten Gibt
es wirklich keine Riesen mehr? 8 Alte
Steine verklebte
Kristalle von
irgendwoher aus
der Erde gewachsen zu
Heiligtümern getürmt Steine
des Anstoßes Wegmarken Stolpersteine Trümmer
ferner Gebirge verletzen
den aufschreienden Pflug
9 Aus
dieser Erde sind
die Ziegel der roten Marienkirche gebrannt und
die Feldsteine der Kreuzritterburg gezwungen Aus
dieser Erde sind
die Balken des Krantors geschlagen und
die Fontänen des Artusbrunnens gewrungen Auf
dieser Erde will
nichts Großes gedeihen es
wird nur gebrannt
- gezwungen - geschlagen - gewrungen
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